Von Dienstag letzter Woche bis einschließlich Sonntag befand ich mich nicht in meiner neuen Kurzzeit-Wahlheimat New York, sondern in
Florida. Der Grund für diesen Aufenthalt war das jährlich stattfindende TTM (Tech Team Meeting). Dieses Meeting dient dem Informationsaustausch, sowie dem Social-Networking und bietet eine Plattform für RedDot Mitarbeiter aus aller Welt. Wie der Name jedoch vermuten lässt, beschränkt man sich hierbei auf die Mitarbeiter des Tech-Bereiches. Was die unangenehme Begleiterscheinung hatte, dass unser neuer Marketingkollege nicht dabei war. An dieser Stelle noch mal ein herzhaftes -Ohhhhhhh-.
Das TTM dauerte von Mittwoch bis Freitag an und fand im Freizeitpark
Walt Disney World in
Orlando statt. Wir residierten im
Coronado Springs Resort, eine wirklich nette Anlage, die sich der Maya oder Inka Thematik bedient. Alles in Allem war das Resort ziemlich ruhig, sehr viele Gäste schienen zu dieser Zeit nicht anwesend zu sein. Zusammen mit den RedDot Angestellten aus Australien, England und Deutschland, sowie den Angestellten der zahlreichen Partnerfirmen, bot uns die Anlage jedoch eine unterhaltsame Spielwiese. Nach den tagesfüllenden Meetings, war ausspannen an den zahlreichen Swimmingpools angesagt, oder wir lieferten uns heiße Beachvolleyballgefechte. Bei einem dieser heißen Gefechte musste meine Brille dran glauben, was mich auf eine letztendlich doch noch erfolgreiche Odyssee auf der Suche nach neuen Gläsern führte. LensCrafter war tatsächlich in der Lage den Rahmen wieder in seine angestammte Form zurückzuversetzen und zwei neue Gläser zu fertigen. Zum Glück musste ich die Kosten nicht tragen. Meine deutschen Hightechlinsen wurden nun von amerikanischen Kassenmodellen abgelöst, die mal eben locker doppelt so dick aussehen, wie meine ursprünglichen Flaschenböden. Ich übertreibe ein wenig. Am Freitag mussten wir, nach einem letzten wirklich schmackhaften Essen, Good Bye zur disneyischen Retortenwelt sagen.
Unser nächstes Ziel, stellte sich aber definitiv nicht als Verschlechterung der Örtlichkeiten heraus. Zusammen mit einem Großteil der anderen Praktikanten sowie einigen Mitarbeitern, habe ich ein Apartment am Strand (oder Condo wie man hier sagt) aufgesucht. Es gehört den Eltern einer Arbeitskollegin und sollte bis einschließlich Sonntag unser neues Spaßdomizil darstellen. Als wir mit unseren Mietwagen eintrudelten, die Koffer ausgepackt und die Umgebung kurz inspiziert hatten ging es erstmal zum Strand. Das Wasser war, dem Golfstrom sein dank, unverschämt warm und lud dazu ein, sich den Gespielen des Neptuns ohne Widerstand hinzugeben. „Jaaaa, das wird ein kleiner Urlaub!“ – Schoß es mir durch den Kopf.
Am darauf folgenden Samstag besuchte die Praktikantengruppe (das schließt natürlich auch mich ein) zusammen mit ihrem Supervisor das
Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Ein wirklich recht eindrucksvoller und interessanter Ort in der Sumpfpampa Floridas. Neben Alligatoren, Adlern und diversen anderen Wildtieren kann man hier die Vehikel sehen, aus denen Jungenträume gemacht sind. Ich habe ja schon in Conncticut gesagt, dass ich eigentlich Astronaut werden wollte. Hier war ich meiner Wunschprofession aus infantilen Zeiten also ein ganzes Stück näher und ich muss sagen, es hat mir gefallen. Bedauernswerterweise durften wir hier nicht an die Steuerkonsole. Eine alte Bekannte aus Bremen habe ich zudem auch wieder getroffen. Gut ihre Körpermaße entsprechen nicht so ganz dem Schema welches eine Sie mindestens erfüllen sollte, damit man sie wieder treffen möchte, aber dennoch in der Ferne freut man sich über jedes bekannte Antlitz. Die Rede ist vom
Columbus Modul, welches den europäischen Beitrag zur
ISS darstellt. Dieses ist mir in seiner tonnenförmigen Gestalt nämlich schon ca. 2 Jahre zuvor in Bremen über den Weg gelaufen. Damals nahm ich an einer von der Uni organisierten Fahrt nach Bremen Teil, zu deren Agenda auch ein Besuch der ESA gehörte. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich das gute Stück in Florida noch einmal wieder sehen werde! Der meistens auf einen Samstag folgende Sonntag markierte dann leider auch schon unseren Abflugtermin. Schade...


























